Für Jahre war der Betrieb eines Widebody-Jets in Microsoft Flight Simulator mit einer stillen, aber hartnäckigen Immersion-Unterbrechung verbunden: egal welches Flugzeug, egal welcher Flughafen, das Boarding beginnt und endet an einer einzigen Jetbrücke. Für eine Boeing 777 oder einen Airbus A380 — Flugzeuge, die in der Realität routinemäßig an zwei oder sogar drei Brücken gleichzeitig andocken — war dies eine harte Barriere ohne sichtbare Lösung. Das könnte sich jetzt ändern, und es sieht so aus, als würden zwei völlig unabhängige Entwicklungen zur gleichen Zeit auf eine Lösung zusteuern.
Die Einschränkung war von Anfang an da
Um zu verstehen, warum das wichtig ist, hilft es zu verstehen, warum die Unterstützung von Mehrfach-Jetways so lange fehlte. Die Simulatorbeschränkungen haben es bislang unmöglich gemacht, Mehrfach-Jetway-Fähigkeiten native in Microsoft Flight Simulator zu implementieren, und das ist kein Fall, in dem Entwickler einfach das Feature priorisieren würden. Die Architektur des Ground-Interaktionssystems von MSFS war um ein Modell mit einer Jetway pro Flugzeug herum aufgebaut, was bedeutet, dass jede Lösung Umgehungen rund um die nativen Tools des Simulators erfordert.
Asobo selbst sprach während eines Entwickler-Livestreams im April über dieses Thema und bestätigte, dass Mehrfach-Jetway-Unterstützung auf dem Backlog stehe — aber auch, dass sie aktuell noch nicht priorisiert wurde, da die aktuellen Entwicklungsressourcen darauf fokussiert seien, bestehende Simulatorprobleme zu lösen. Der Kommentar war eher eine Art Nein-Nein-Antwort, bestätigte, dass Asobo die Nachfrage kenne, aber keinen Zeitplan nenne. Das ist die Lücke, die zwei Drittanbieter-Entwickler nun zu schließen scheinen.
Zwei Teaser, eine Woche
Sowohl iniBuilds als auch FSDreamTeam's GSX haben in ungefähr demselben Zeitraum ihre jeweiligen Hinweise veröffentlicht, was die News koordiniert wirken ließ — obwohl sich herausstellte, dass die beiden Bemühungen völlig unabhängig voneinander sind.

iniBuilds veröffentlichte eine Vorschau zu ihrem kommenden A380-Airliner auf ihren Social-Media-Kanälen, mit dem kryptischen Hinweis, dass "Boarding der iniBuilds A380 Airliner ist nie eine Ein-Jetway-Sache" und versprach bald weitere Details. Die Botschaft wirkt absichtlich gewählt — der A380 ist eines der Flugzeuge, bei dem das Boarding mit nur einer Jetway am unpassendsten wirkt. Realweltliche A380-Betriebe nutzen typischerweise gleichzeitig sowohl Türen auf der Haupt- als auch der oberen Deck-Ebene, und das Fehlen dessen in der Simulation war immer auffällig. Um über den Entwicklungsfortschritt an der iniBuilds A380 auf dem Laufenden zu bleiben, folge dem 👉 Radar-Projekt.
Nahezu gleichzeitig postete Umberto von FSDreamTeam ein kurzes Video im inoffiziellen GSX-Discord-Channel, das zwei separate Jetways zeigt, die sich mit einem PMDG 777 verbinden. Das Video wurde seitdem auf YouTube auf „nicht gelistet“ gesetzt. Laut der Beschreibung des Videos verwendet die Demo den London Heathrow Airport (EGLL) von iniBuilds als Testumgebung. Es ist ein kurzer Clip, der jedoch das Konzept bestätigt — zwei Brücken, ein Flugzeug, eine einfache Sache, die bisher nicht möglich war.
Unterschiedliche Lösungen, unterschiedlicher Umfang
Was diese Geschichte interessant macht, ist nicht nur, dass eine Mehrfach-Jetway-Unterstützung zu kommen scheint, sondern dass sie aus zwei verschiedenen Richtungen mit unterschiedlichen Absichten kommt.
Der CEO von iniBuilds, Ubaid Mussa, hat daraufhin im iniBuilds-Discord klargestellt, dass ihre Implementierung keinen Zusammenhang zu GSX hat. Ihre Lösung wird kostenlos sein, erfordert nicht, dass du GSX besitzt, und wird speziell mit iniBuilds-Airports verbunden sein. Das ist eine bedeutende Unterscheidung. Es deutet darauf hin, dass iniBuilds direkt in ihr Flughafen- und Flugzeug-Ökosystem etwas eingebaut haben — eine streng kontrollierte, First-Party-Integration statt eines universellen Systems.

GSX's Ansatz scheint hingegen als eine breitere Lösung positioniert zu sein. GSX Pro unterstützt bereits eine breite Palette an Drittanbieter-Flugzeugen, darunter die PMDG-Flotte, Fenix, FlyByWire, iniBuilds-Flugzeuge und viele andere; eine Mehrfach-Jetway-Funktion zu GSX würde theoretisch jedem Flugzeug in diesem Ökosystem zugutekommen, statt an Inhalte eines bestimmten Entwicklers gebunden zu sein. Allerdings wurden die technischen Details, wie FSDreamTeam's Umberto die Einschränkung auf Simulator-Ebene gelöst hat, bisher noch nicht öffentlich geteilt.
Es ist auch erwähnenswert, dass GSX in dieser Phase eine aktive Entwicklungsphase durchläuft. Ein jüngstes großes Update führte bereits das gleichzeitige Jetway- und Heckstufen-Boarding ein — Passagiere wurden zwischen einer Front-Jetway und einer Hecktür basierend auf der Sitznähe geteilt. Das war eindeutig ein Baustein auf dem Weg zu komplexeren Multi-Tür-Boarding-Logiken, und der Mehrfach-Jetway-Teaser wirkt wie eine natürliche Fortsetzung dieser Arbeit.
Was bleibt unbekannt
Kein Team hat bisher die technische Vorgehensweise im Detail erläutert, was die echten Fragen aufwirft. Der Simulator unterstützt derzeit nicht nativ mehrere aktive Jetway-Verbindungen zu einem einzelnen Flugzeug, daher muss das, was beide Entwickler gebaut haben, um diese Einschränkung herumarbeiten — vermutlich durch benutzerdefinierte Animationssysteme, SimConnect-Umgehungen oder flugzeugseitige Hooks. Ob diese Lösungen robuster Across allen Gate-Konfigurationen, allen Flugzeuggrößen und allen Flughafenkonstruktionen funktionieren, bleibt abzuwarten.
Weitere Details von iniBuilds und FSDreamTeam werden in Kürze erwartet, und wenn sie erscheinen, werden die Implementierungsdetails genauso wichtig sein wie das eigentliche Feature.


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